Warum Ihr Klavierlehrer die verpasste Klavierstunde nicht nachholen kann

Geben Klavierlehrer Ersatzstunden? Lassen sich Klavierstunden kurzfristig verschieben oder nachholen?

Ein informativer Artikel für Eltern, Schüler/innen und Instrumentallehrer.

Dieser Blogeintrag befasst sich mit der größten Herausforderung für Klavierlehrer überhaupt: Der Umgang mit Absagen, Verschiebungen oder Erstattung von Klavierstunden (oder Instrumentalstunden allgemein)

Ich versuche darin die Tatsachen aus Sicht des Instrumentallehrers zu veranschaulichen, um seinen “Kunden” (Schüler/innen) einen Einblick in das nicht immer so einfache Thema des Zeitmanagements zu geben.

 

Ist Klavierunterricht eine Dienstleistung…

In den Köpfen vieler Klavierschüler/innen und Eltern stellt Klavierunterricht oder Instrumentalunterricht eine “erstattbare Dienstleistung” dar. Wenn Sie Ihre Unterrichtseinheit aus welchen Gründen auch immer absagen oder verschieben wollen, so hat Ihr Lehrer in dieser ursprünglich vereinbarten Unterrichtszeit scheinbar keine Leistung für Sie erbracht. Und der Hausverstand sagt uns weiter: wenn keine Leistung erbracht wurde, braucht auch keine Bezahlung zu erfolgen, oder im Falle von Vorauszahlung soll die noch nicht erbrachte Leistung ersetzt werden.

 

…oder ein Gebrauchsgut?

Sie dürfen dabei aber nicht vergessen, dass es sich bei Musikunterricht nicht um langlebige Gebrauchsgüter handelt. Diese können im Normalfall retourniert werden, Sie bekommen einen Gutschein oder Ihr Geld zurück und können sich etwas anderes damit kaufen. Bei der neu gekauften Hose zu Hause Ihre Meinung geändert? Kein Problem, zurück ins Geschäft damit. Sie kaufen sich die nächste Hose und die zurückgebrachte Hose kann höchstwahrscheinlich zum vollen Preis wieder verkauft werden. Entscheidend ist, sie kann zu jedem Zeitpunkt wieder verkauft werden und stellt weder für Sie als Kunde noch für das Geschäft einen finanziellen Verlust dar. Wenn Sie aber eine Klavierstunde plötzlich „retournieren“ also absagen wollen, stellt das für Sie maximal einen kleinen Lern- oder Informationsverlust dar, für ihren Lehrer ist es ein Verlust finanzieller Natur.

 

Können wir die Klavierstunde nachholen?

Klavierunterricht zählt klarerweise nicht zu langlebigen Gebrauchsgütern, sondern zu zeitgebundenen Dienstleistungen. Das bedeutet, wenn Sie Ihre zugewiesene Einheit am Mittwoch von 14:00-14:50 nicht wahrnehmen, ist diese weg und es ist für Ihren Lehrer nicht mehr möglich dieses Zeitfenster neu zu verkaufen. Vielleicht bitten Sie Ihren Lehrer dann, die Stunde zu einem späteren Zeitpunkt oder an einem anderen Tag dieser Woche nachzuholen und dieser müsste dann seinen Stundenplan oder gar seine eigene privat geplante Zeit (Familie, Freunde, Üben, etc…) dafür umstülpen. Stellen Sie sich vor, Ihr Vorgesetzter entscheidet, dass es heute Nachmittag zwischen 14:30 und 15:30 nichts zu arbeiten gibt, ob Sie aber so freundlich wären dafür morgen abends diese Stunde nachzuholen, denn dann gäbe es wieder was zu arbeiten. Sie werden mir sicher zustimmen, dass so eine Vorgehensweise unzumutbar und unsinnig ist.

 

Im Voraus bezahlt

Überhaupt finden wir in unserem Alltag viele Situationen, wo wir im Voraus für Güter oder Dienstleistungen bezahlen. Manches davon wird nicht verwendet, verfällt oder läuft ab und wir müssen mit dem Verlust einfach leben. Denken Sie nur an Einkäufe, die schlecht werden und im Abfall enden, würden sie diese zum Markt zurückbringen? Oder ihr Kind besucht den Kindergarten oder Hort für drei Wochen nicht, weil Sie auf Urlaub fahren, suchen Sie dann um Reduzierung des Monatsbeitrags an? Oder stellen Sie sich vor Sie haben für ein ganzes Semester einen im Voraus bezahlten Yogakurs gebucht und verpassen wegen Krankheit zwei Einheiten, würden Sie dann Ihre Trainerin um eine Sondersession bitten oder gar um eine Rückerstattung der verpassten Einheiten?

 

Das Zeitfenster im Stundenplan

Viele Eltern und erwachsene Schüler/innen zahlen für Klavierunterricht über einen längeren Zeitraum im Voraus, was natürlich günstiger ist und auch mehr Erfolg verspricht. Im Grunde bedeutet das aber nichts anderes, dass Sie ein fixes Zeitfenster im Stundenplan Ihres sehr beschäftigten Lehrers reserviert haben. Somit ist es einleuchtend, wenn Sie es einmal nicht zur Klavierstunde schaffen (vielleicht sind Sie krank oder auf Urlaub…) dass Ihr Lehrer keinesfalls verpflichtet ist, ein anderes Zeitfenster für Sie zu finden oder gar die Einheit zurück zu erstatten.

 

Fairness

Und selbst wenn Sie nur vereinzelt Klavierstunden buchen oder eine Probestunde vereinbaren, haben Sie genauso einen Platz im Stundenplan ihres potentiellen Lehrers bekommen, mit dem man nicht leichtfertig umgehen darf. Hier ist zumindest respektvoller Umgang mit der Zeit Anderer angebracht. Wenn Ihr Lehrer beispielsweise mindestens 48 Stunden vorher eine Benachrichtigung bei Absage braucht, dann mit gutem Grund. Viele Lehrer verwenden Bestimmungen dieser Art um sich vor zu großem Zeit- und Planungsdruck zu schützen und ihre Finanzen besser im Voraus planen zu können, denn auch Klavierpädagogen haben Rechnungen zu bezahlen und könnten plötzlich in Zahlungsverzug kommen, wenn Klavierstundenzahlungen öfters unerwartet ausbleiben. Zwei Tage oder mehr im Voraus gibt dem Lehrer noch einen adäquaten Zeitraum um für eine Einzelstunde umzudisponieren. Bei Nichterscheinen oder zu kurzfristiger Absage muss die ausgemachte Einheit bezahlt werden, das ist Fairness und Wertschätzung gegenüber der Zeit Ihres Lehrers. Immerhin hat er für Sie diese Einheit freigehalten und keinen anderen Schüler eingeteilt. Ansonsten ist es für Ihren Lehrer Verdienstentgang, so eine Einheit ist nicht wieder neu zu verkaufen.

 

Entscheidungsschwierigkeiten

Unterrichtsbestimmungen können sich von Klavierlehrer zu Klavierlehrer stark unterscheiden: Viele können eine Bitte um Stundenverschiebung nicht abschlagen in der Hoffnung auf zufriedene Schüler und Eltern, und damit ihr Unterrichtseinkommen dabei nicht gefährdet wird. Anstatt zuzugeben, dass die einzige Zeit in der Sie zur Ersatzstunde kommen können für Ihren Lehrer unterrichtsfreie Zeit ist, willigt dieser ein und gewährt die Ersatzstunde. Und das höchstwahrscheinlich zu einer denkbar ungünstigen Zeit, die für etwas anderes geplant war, was zur ursprünglich geplanten Zeit natürlich nicht möglich war. Lehrer, die zu entgegenkommend sind stellen somit viel mehr Zeit zur Verfügung und erhalten weniger Bezahlung als ihnen zustünde. Sie fühlen sich erschöpft und ausgebeutet, und das will niemand von seinem Lehrer. Wenn in Ihrem wöchentlichen Plan einmal eine Kollision mit Ihrer Klavierstunde auftreten sollte, müssen Sie sich entscheiden auf was Sie verzichten können und wenn es einmal die Klavierstunde ist, schuldet Ihnen Ihr Lehrer keinen Ersatz.

 

Respektvoller Umgang

Letztendlich geht es beim Klavierunterricht um ganz andere Dinge, als sich um Ersatzstunden und Stundenverschiebungen zu kümmern. Sie erkaufen sich beim Lehrer Ihrer Wahl über Monate und Jahre eine lebenslange Freude am Musizieren. Gehen Sie deshalb behutsam mit der für Sie reservierten Zeit um und pflegen Sie respektvollen Umgang mit der Zeit Ihrer Mitmenschen, vor allem die Ihres Klavierlehrers 🙂

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Stefan Lechner Verfasst von:

5 Kommentare

  1. 27/11/2018
    Antworten

    Hi Stefan,
    grossartiger Text! Vielen Dank! Ich bin selbstständiger Mathelehrer und Lerntherapeut und kenne all das, was Du beschreibst (Heute noch: “Können wir die Stunde Ende Dezember nicht ausfallen lassen und stattdessen machen Sie in den nächsten Wochen immer 10 Minuten länger?). Ich würde den Text gerne für mein Institut benutzen und eventuell adaptieren. Ist das okay für dich oder nicht?
    Viele Grüße aus Bonn

    Gregor

    • Hi Gregor, herzlichen Dank auch!
      Einen Text wie diesen zu schreiben, war mir schon vor Jahren in den Anfängen als Klavierpädagoge ein Anliegen, weil ausgemachte Stunden einfach zu oft abgesagt wurden und ich ohne Bezahlung dastand.
      Mit diesem Problem haben aber anscheinend nicht nur Musikpädagogen zu kämpfen, wie ich sehe.
      Seit ich klare Richtlinien für meinen Unterricht aufgestellt habe, muss ich mich (fast) nicht mehr mit diesem Problem befassen.
      Du darfst übrigens gerne den Text weiterverwenden bzw. adaptieren und bitte einfach auf das Original hier verlinken.
      Alles Gute und viele Grüße aus Wien
      Stefan

  2. Lars-Peter Morling
    27/11/2018
    Antworten

    Im Prinzip stimme ich mit dem Inhalt des Artikels überein, der in etwa sagt: Eltern müssen mit der Zeit des Musiklehrers respektvoll umgehen und es besteht kein Anspruch auf Ersatzleistungen seitens des Lehrers, wenn der Schüler absagt oder verhindert ist, weil der Lehrer diese Unterrichtszeit kurzfristig nicht anderweitig ausfüllen kann. Da stimme ich voll überein und ich kann mir auch vorstellen, dass Eltern da auch hin und wieder unmögliche Anspruchshaltungen einnehmen! Mit Bekannten und Freunden (die auch Musiker und Musiklehrer sind) hatte ich da in Abständen auch immer mal wieder Diskussionen. Was mich an dem Artikel und auch an verschiedenen gehörten Meinungen stört ist aber diese etwas schulmeisterliche Belehrung, die wahrscheinlich darauf zurückzuführen ist, dass der Job des Musiklehrers schlecht bezahlt wird und dann dem Lehrer seitens der Eltern/Schüler auch noch oft übermäßige Flexibilität usw. zugemutet wird. Man könnte es doch aber auch mal aus Sicht des Schülers sehen, der ebenso respektiert werden sollte. Im Artikel stehen eine ganze Reihe von zutreffenden, aber auch unsinnigen Vergleichen nach dem Motto: Sage ich was ab, was gebucht ist, dann bekomme ich ja auch sonst nichts zurück. Sorry, aber das ist Quatsch. Ich arbeite im medienpädagogischen Bereich und unser Team führt mit Kindergärten und Schulen entsprechende Projekte durch. Sagen uns zB Kindereinrichtungen kurzfristig einen gebuchten Termin ab, dann kostet sie das nichts, obwohl wir den Termin nicht anderweitig vergeben können. So etwas nennt man auch KULANZ und Kulanz ist quasi auch der § 1 des Geschäfts- und Gewerbelebens, zu dem Musiklehrer doch auch gehören. Sage ich zB kurzfristig meinen Zahnarzt-, Physiotherapeuten- oder Friseurtermin ab, dann kostet mich das (kulanterweise) ebenfalls nichts. Und der Zahnarzt, der wahrscheinlich das Zehnfache dessen verdient, was ein Musiklehrer bekommt, kann den Termin garantiert auch nicht anderweitig vergeben. Wenn ich zum Beispiel meinen privaten Saxophonunterricht (ausnahmsweise!) mal nicht wahrnehmen kann, frage ich bei meinem Lehrer an, ob eine Verlegung innerhalb seiner normalen Unterrichtszeit möglich ist. Natürlich eventuell auch an einem anderen Tag. Wenn es nicht geht, dann fällt der Unterricht aus. Umgekehrt kann es sein, dass er mal den Unterrichtstermin nicht gewährleisten kann (wegen irgendwelcher Gigs). Dann versuche ich, genauso flexibel zu sein. Der Punkt dabei ist, dass der Lehrer zwar vom unterrichten lebt, der Schüler aber (im Idealfall! 😉) einen Riesenspaß daran hat, unterrichtet zu werden. Fällt Unterricht aus, ist das für den Schüler sehr traurig und der Lehrer versucht seinerseits und kulanterweise, diese Traurigkeit durch eine Verlegung im Rahmen seiner Unterrichtszeit zu beseitigen. Ist dies nicht möglich und der Lehrer müßte über die arbeitsvertraglich vereinbarte Zeit hinaus unterrichten, müßte der Unterricht dann ausfallen. Also auch hier das Prinzip der gegenseitigen Rücksichtnahme und des Respekts. Aber eben auch gegenseitig! Der Lehrer verliert seine kostbare Zeit bei einer Absage, bzw. Verlegung usw. und der Schüler seinen kostbaren Unterricht durch seinen tollen Lehrer. Ich verstehe z. B. immer noch nicht, warum ich (bei meinem Unterricht) die Ferien und Feiertage mitbezahlen muß? Dass sind immerhin ca. 13 Wochen im Jahr, in denen ich keinen Unterricht erhalte, aber voll bezahlen muß. Im Jahr zahle ich persönlich für meinen Unterricht 900 €. Für etwa ein Drittel davon erhalte ich demnach keine Leistung und der Spaß des Lernens entgeht mir obendrein noch! Und das ist doch einfach Fakt, oder nicht? Dabei geht es auch nicht um Absagen oder Verlegungen, sondern das ist die Normalität seit Jahren. Hinzukommen aber auch noch Feiertage, die auf meinen Unterrichtstag fallen (das wäre 2018 nur ein einziger gewesen). Insgesamt hat demnach knapp 27 % meines Unterrichts 2018 nicht stattgefunden, obwohl ich dafür bezahlt habe. Das Argument seitens der Musiklehrer ist dann oft: “Ja, aber in den Ferien und an den Feiertagen müssen wir doch aber auch bezahlt werden, weil wir ja von was leben müssen” Schön und gut, aber warum muß ICH das ausgerechnet aufbringen, der sich die Unterrichtskosten hart erarbeiten muß und der dann dafür keine Gegenleistung erhält? Dann lieber ehrlich sagen: In den Ferien und an Feiertagen muß der Schüler nicht bezahlen, dafür erhöhen wir aber den Stundenpreis für jede Unterrichtsstunde, die wirklich stattfand. Für jede Unterrichts-(Halbe- bis Dreiviertel-)Stunde habe ich persönlich ca. 17 € zu zahlen (mit Ferien) und ohne Ferien + Feiertage wären das dann mit 38 stattgefundenen Unterrichten also de facto 24 €, die ich für DIE Tage bezahlt habe, an denen Unterricht auch tatsächlich stattfand. So wäre es wohl nachvollziehbarer und logischer für alle Seiten, aber unter dem Strich ist das natürlich dasselbe! 😉 Ich finde, dass der Job freischaffender (auch in Musikschulen tätiger) Lehrer hart ist und besondere Fähigkeiten erfordert. Also nicht nur Musikalität, sondern auch musikpädagogisches Geschick und viel Geduld. Und ich weiß auch von verschiedenen Lehrern, daß oftmals die Einstellungen der Schüler nicht stimmen und sicherlich auch Elternansprüche mitunter unzumutbar sind. Und deshalb sollte auch die Zeit, die unterrichtet wird angemessen bezahlt werden! Trotzdem sollten beide Seiten (also Schüler und Lehrer) in vernünftigen Grenzen flexibel und freundlich (also kulant) bleiben. Der Musikschüler benötigt den Lehrer genauso wie der Lehrer ihn!

    • Hallo Lars-Peter, vielen Dank für diese umfangreichen Ausführungen.

      Ich würde meine Beispiele nicht als Quatsch bezeichnen, denn im Normalfall verfallen schlecht gewordene Einkäufe, nicht genutzte Kindergartentage oder im Voraus bezahlte Yogastunden einfach. Bei jedem Selbständigen oder jeder Firma muss für den Kunden einfach klar sein wie das Nachholen von Stunden oder die Rückerstattung von Leistungen geregelt ist, wobei es für mich als Einzelperson weit schwieriger ist zusätzliche Zeit freizubekommen als bei einem Team aus mehreren Personen, wie zum Beispiel bei einem Friseur.

      Ob dafür wie bei Ihnen oder einem Zahnarzt noch Raum für Kulanz ist, bleibt jedem natürlich selbst überlassen (z. B. über eine Swap List könnten Schüler unter Schülern tauschen oder ein Schüler erkrankt plötzlich und ein anderer darf stattdessen spontan kommen) doch aus fast 20 Jahren Unterrichtserfahrung konnte ich leider nur beobachten, dass zu viel Kulanz bei über 20 Schülern zum zeitlichen Ruin führt. Es wird einfach zu leichtfertig abgesagt und zu viel ausgenutzt, wenn ich persönlich keine klaren Richtlinien aufstelle.
      Der Unterricht wird seit Einführung dieser Richtlinien jetzt immer regelmäßig besucht, Schüler fehlen sehr selten, was sich auch auf den Fortschritt auswirkt. Im Übrigen sind solche Richtlinien zum fairen Miteinander beider Parteien – Schüler und Lehrer – gedacht, es ist beispielsweise eine Mindestanzahl an Einheiten im Semester vorgeschrieben, bei Unterschreitung gibt es eine Rückerstattung von meiner Seite. Da mein Unterricht bis zur Kapazitätsgrenze auf die Stunde genau eingeteilt ist, würden nachzuholende Einheiten immer einen Einschnitt in die schon zu knappe private Familienzeit bedeuten.

      Dass Musikpädagogen oft übermäßige Flexibilität zugemutet wird, stimmt aus meiner Erfahrung übrigens voll und ganz, dies hat aber nichts mit angeblich schlechter Bezahlung zu tun.

      Die Bezahlung bei privaten Lehrern wird mittlerweile generell über Semester- oder Ganzjahres-Pauschalen abgewickelt, Auch wenn der Eindruck entsteht, man würde die Ferien mitfinanzieren (was in Form von bezahltem Urlaub bei Angestellten sowieso üblich ist) was zählt ist die ungefähre Gesamtanzahl an Einheiten im Schuljahr sowie der Preis pro Einheit und nur diesen Preis würde ich für Vergleiche heranziehen. Wenn Sie in Ihrem Fall auf ca. €24-25/Einheit kommen und es findet etwa 38 mal statt dann ist das bei einer 30-minütigen Einheit absoluter Durchschnitt am Markt und vollkommen in Ordnung. Wenn Ihre Einheiten länger dauern, dann ist es sogar sehr günstig. Zum Vergleich: Mein Unterricht kommt auf €22-23/30-min-Einheit für ca. 36 Einheiten im Jahr.
      Alles Gute

  3. 28/11/2018
    Antworten

    Hallo Gregor,
    ich bin selbstständige Yogalehrerin und stimme Deinen Ausführungen voll und ganz zu.
    Wenn ich einen Termin für eine Einzelstunde vereinbare, dann bereite ich sie mit viel Aufwand vor und halte den Termin für meinen Kunden/Schüler frei. Wenn mir dann kurz vorher abgesagt wird, bleibt mir keine Möglichkeit die Stunde anderweitig zu verkaufen. Die Leistung ist aber zum Teil sogar bereits erbracht. Bei mir läuft die Bezahlung für die Kurse zwar etwas anders als bei Dir, aber ich finde es völlig normal, dass man eine Mischkalkulation macht, die dann eine bestimmte Anzahl an Fehl- und Feiertagen beinhaltet.
    Diese Rechnung, dass man als Kunde bezahlen müsse, obwohl dann an soundsoviel Tagen aufgrund von Feiertagen etc. kein Unterricht stattfindet, ist einfach aus Sicht der Kunden gedacht. Wir Lehrer machen uns da sorgfältig Gedanken und stellen eine faire Rechnung auf. Und ja: der Schüler, der meine Leistung in Anspruch nimmt, der muß mit seiner Zahlung (und die aller Anderen) dafür sorgen, dass ich diese Leistung auch anbieten kann. Ich muß essen, wohnen, schlafen (möglichst ohne Existenzängste), ich soll/möchte möglichst freundlich und gut drauf sein und ich muß auch mal meine Akkus aufladen, also Urlaub machen. Auch wenn ich selbständig bin brauche ich Erholung. Sonst müssen sich die Kunden/Schüler nämlich bald einen anderen Lehrer*in suchen.
    Ich bin übrigens durch einen Verteiler von Yogalehrenden auf Deinen Blog und diesen speziellen Beitrag aufmerksam gemacht worden. Sehr schön erklärt und ausgeführt, vielen Dank!

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