Die Sommerferien sind bald da, endlich wieder mehr Zeit zum Klavierüben, oder doch nicht?

Das Schuljahr geht zu Ende, alle blicken schon fieberhaft den Sommerferien entgegen, so auch ich, der gerade damit beschäftigt ist, der Videonachbearbeitung und dem Videoschnitt Herr zu werden. Damit werde ich mich sicher noch einige Zeit befassen müssen.
Das erste größere Projekt kann sich aber schon sehen lassen und ist in Form eines Klavierkonzertabends auf Youtube oder hier zu finden. Fast alle meiner Schüler der Musikschule Ebenfurth haben im Haus der Musik in Zillingdorf am Flügel ihr Können unter Beweis gestellt. Im letzten Moment wurde noch fleißig geübt, denn ein anstehender Auftritt bringt selbst die bequemsten Schüler wieder mehr ans Klavier. Instinktiv hat doch jeder den Gedankengang: Lieber brillieren als blamieren. 🙂
Im Großen und Ganzen ist alles ganz gut gegangen, ein paar kleine Verspieler hier und da sind nicht weiter schlimm, Hauptsache man empfindet Freude und Begeisterung wenn man schwarze und weiße Tasten unter die Finger bekommt.

Nach meiner Neueinführung von vier statt bisher zwei Klassenabenden im Schuljahr 2014/15 habe ich die Beobachtung gemacht, die ich auch erhofft hatte:

Viele Kinder bringt das regelmäßige Auftreten enorm weiter: Da intensives und detailliertes Einstudieren bei einem Vorspielstück besonders gepflegt wird, rückt die sukzessive Verfeinerung des musikalischen Ausdrucks wie Dynamik, Artikulation, Phrasenspiel aber auch geschmeidige Bewegungen, Spieltechnik und Körpersprache in den Vordergrund, denn ein guter Auftritt und die Beherrschung des Stücks beschränkt sich natürlich nicht nur auf das Abspielen der richtigen Noten zum richtigen Zeitpunkt.
Andere Vorteile regelmäßigen Auftretens sind nicht gleich so ersichtlich aber spielen eine wichtige Rolle in der Persönlichkeitsentwicklung des Kindes: Die Präsentation auf der Bühne, der Umgang mit Aufregung oder Nervosität, der soziale Kontakt und die Interaktion innerhalb der Klavierklasse, die jetzt dadurch öfters als bisher im SchulJahr zusammentrifft.

Nach dem Konzerttag gibt es interessanterweise grob eingeteilt 2 Sorten von Schüler/innen:

  1. Diejenigen, die einmal genug geübt haben und die Übefrequenz erst wieder kurz vorm nächsten Klassenabend erhöhen werden.
  2. Diejenigen, die dem nächsten Auftritt jetzt schon wieder freudig entgegenfiebern und kaum erwarten können, ihre neuen Stücke zu üben und zu präsentieren.

Natürlich gibt es abhängig von persönlichen gegenwärtigen Verfassungen auch Mischformen oder vorübergehende Überläufer von der einen in die andere Gruppe, jedoch beschränkt sich meine Aufgabe als Klavierpädagoge sehr stark darauf Gruppe 1 möglichst klein zu halten und Gruppe 2 dichter zu bevölkern. Die eigentliche Bestimmung, nämlich dem Kind Klavier beizubringen, ist bei einigen hartnäckigen Gruppe-1-Vertretern schon fast zur Nebenaufgabe geworden, doch werde ich zuweilen auch mal positiv überrascht.

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Ich werde die Zeit jedenfalls ausgiebig nutzen und mich mit Freude und Hingabe ans Klavier setzen, wie ich am Ende des Schuljahres im Juni selten dazu komme, ob zum herumklimpern oder ernsthaften üben, ist erstmal egal. Mal sehen ob meine Schüler/innen meinem Beispiel folgen und im September ausnahmsweise einmal nicht vergessen haben, wo das C ist 🙂

Schönen Sommer!

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